Ein trauriger Tag

Ein trauriger Tag

Wie wir bereits schon berichtete hatten, war Wolfi ja wegen des Verdachtes des Zwingerhustens in Tierärztlicher Behandlung. Nachdem der Husten nach einer Woche zurückkam, gingen wir erneut zum Tierarzt um ein Röntgenbild anfertigen zu lassen. Laut der Tierärztin sei lediglich die Bronchien entzündet also es handele sich um eine Bronchitis. Nachdem Wolfi erneut Antibiotika bekam, ging es ihm wieder besser bis zum Freitag den 28.09.2018, denn dort fing der Husten erneut an und wurde wieder schlimmer also reifen wir gegen Mittag erneut in der Tierarztpraxis an um zu fragen, ob es sich nicht doch um Lungenwürmer handeln könne, da uns dies jetzt schon mehrfach Leute gesagt hatten, das die Symptome darauf schließen lassen. Aber am Telefon verneinte man diese Frage mit der Begründung, dass Wolfi ja nicht in südlichen Ländern gewesen sein, könne dies auch nicht sein dass er Lungenwürmer habe. Allerdings könnten wir zur Profilaxe eine Wurmkur gerne machen man könnte diese sich in der Praxis abholen, die zwei Tabletten würden dann lediglich 20 € kosten.

Da wir uns sicher sein wollten, dass wir auch alles getan haben gingen wir samstags Morgens in die Praxis und besorgen uns die zwei Tabletten für die Wurmkur. Nachdem wir die Tabletten bezahlt hatten und die Praxis bereits schon verlassen hatten, lief uns eine andere Schwester mit einer Packung Tabletten hinterher. Diese wurde uns dann einfach in die Hand gedrückt, mit der Aussage die Frau Doktor habe das angeordnet, dass Wolfi die Tabletten jeweils morgens und Abends bekommen müsse wegen der Schilddrüsenwerte da diese ja ziemlich niedrig waren. Er solle dann in vier Wochen erneut zur Kontrolle vorbeikommen um zu sehen, ob die Tabletten angeschlagen haben. Als ich darauf hinwies,dass ich jetzt lediglich die 20 € für die Wurmkur dabei hatte sagte man nur ja kein Problem schreiben wir auf, ohne uns den Preis zu nennen. Ehrlich gesagt hatte ich auch vergessen nach dem Preis zu fragen, da ich etwas in Eile war und völlig überrumpelt war von der Schwester.

Am Samstag Nachmittag erhielt Wolfi dann die Wurmkur soweit so gut. Als der Husten dann am Samstag Abend und Sonntag im Laufe des Tages immer häufiger wurde riefen wir gleich Montags morgens um 8 Uhr in der Praxis an. Wieder fragten wir ob es vielleicht Wasser in der Lunge oder was anderes sein kann, doch wieder sagte man das dies nicht sein könne, man könne aber gerne vorbeikommen um die Lunge abhören zu lassen ob diese ggf. immer noch voller Schleim sei wegen der Bronchitis. Da es Wolfi so gut ging beobachteten wir das ganze erst noch mal. Soweit war alles in Ordnung, bis zum Abend des 01.10.2018. gegen 17:30 Uhr ging es dann zu unserer allabendlichen Gassi runde auf dem Hinweg war Wolfi noch gut drauf, allerdings auf dem Rückweg wurde er immer langsamer und langsamer, so dass ich auch zwischendurch kurz Pause machte weil er nicht mehr weitergehen wollte. Als wir dann am Haus angekommen waren, war Wolfi schon so schwach, dass er die Treppen nicht mehr herauf kam, er blieb einfach auf dem Treppenabsatz zur ersten Etage sitzen. Nur mit viel Zuspruch und ganz langsam, gelang es mir, Ihn bis in die Wohnung zu bekommen. Dort angekommen verkrümelte er sich gleich in sein Bettchen. Auch bei mehrmaligen Rufen wollte er nicht aufstehen, so als ob er nicht aufstehen konnte. Auch Ihm hingelegte Leckerlis verweigerte er total. Auch seine Lieblingsleberwurst rührte er nicht mehr an. Nach ein Paar Minuten fing er dann an Unmengen zu trinken und kam dann doch noch aus seinem Bettchen raus und kam zu erst zu mir und ließ sich ein letztes mal streicheln, als ob er sich verabschieden wollte, danach ging er zu jeden von uns und legte sich anschließend auf die Couch dabei fing er plötzlich ganz schwer an zu Atmen, nach ein paar Minuten musste er sich auf der Couch übergeben dabei kam nur klare Flüssigkeit und ein paar weiße Schleimspuren heraus.

Danach ging er dann wieder jede Menge trinken und legte sich auf seinen Platz und musste sich erneut übergeben. Nachdem er sich das dritte mal übergeben hatte konnte man im Erbrochenen so kleine Rote Kügelchen sehen. Wolfi atmete auch weiterhin ganz schwer. Ich war kurz auf dem Balkon für höchstens eine Minute und wollte dann nach Wolfi gucken, dann sah ich das Bild was ich wohl nie wieder aus meinem Kopf bekam. Wolfi lag auf seinem Platz und das Maul war geöffnet und die Zunge fiel seitlich heraus, sofort war mir klar, dass Wolfi verstorben ist. Der schrecklichste Moment in meinem Leben.

Zum Glück war ich nicht ganz alleine in diesem Moment, denn ich glaube ich hätte nicht gewusst, was ich machen soll. Am nächsten Morgen riefen wir dann bei https://www.kleintierkrematorium.de/ an. Wolfi wurde dann um 13 Uhr durch einen sehr netten Mitarbeiter der Firma Rosengarten abgeholt. Wir suchten uns vorher noch die entsprechenden Artikel wie Urne, Fotos usw. aus. Denn er bekommt nach der Kremierung einen schönen Ehrenplatz in einer Urne. Das ganze wird so ca. 7 Tage dauern bis er wieder zu Hause ist. Denn das habe ich Wolfi immer versprochen das er nicht einfach in der Tierverwertung landet.

Am selben Tag riefen wir nochmals in der Tierarztpraxis an um mitzuteilen, dass Wolfi am 01.10.2018 verstorben ist. Dort war man sehr geschockt und konnte es nicht verstehen das es auf einmal so schnell ging. Einig Tage später brachten wir dann noch die restlichen Schilddrüsentabletten zurück und forderten uns das Röntgenbild, was von Wolfi gemacht wurde an. Dieses bekommen wir auch nach kurzer Zeit per Mail geschickt. Da ich von Natur aus etwas misstrauisch bin, holte ich mir bezüglich des Bildes noch eine zweite Meinung ein. Dabei stellte sich heraus, dass auf dem Röntgenbild das Herz ziemlich vergrößert ist was man auf dem Bild hätte sofort sehen müssen. Laut Meinung der Tierärztin die wir fragten, ist Wolfi in Folge einer Herzinsuffizienz die nicht erkannt, und behandelt wurde gestorben. Beide Tierärzte haben dies nicht erkannt, sondern immer nur wegen einer angeblichen Bronchitis oder Zwingerhusten behandelt. Somit könnte Wolfi noch leben, wäre die richtige Behandlung erfolgt.

Diesbezüglich habe ich auch die Tierärztin angeschrieben und um Stellungnahme gebeten. Was daraus folgt wird man sehen. Denn wenn man es genau nimmt, haben zwei Ärzte eine falsche Behandlung durchgeführt. Das wichtigste ist jetzt erst einmal, das Wolfi nach Hause kommt. Wir werden weiter berichten.